Das bedauern viele: der Behelfskreisel Höhe Rehner ist weg

Die Kund*Innen der Gewerbegebiete Am Grenzgraben und Mainzer Strasse aus Bosenheim und den rheinhesssischen Gemeinden der Verbandsgemeinde Bad Kreuznach bedauern das sehr: seit dieser Woche gibts den Behelfskreisel auf der B 428 Höhe Gartencenter Rehner nicht mehr. Wer vom Grenzgraben auf die Bundesstrasse auffahren möchte, um in südliche oder östliche Richtung zu gelangen, muss jetzt wieder einige hundert Meter in Gegenrichtung und durch den Kreisel Bosenheimer Strasse fahren.

Hier gehts nicht mehr rund, sondern nur noch geradeaus.

Verantwortlich dafür sind ausnahmsweise mal nicht die sonst oft zu recht gescholtenen Bad Kreuznacher Kommunalpolitiker*Innen. Sondern der Landesbetrieb Mobilität (LBM). Die vor Jahren erhobene Forderung des städtischen Ausschusses für Stadtplanung, Bauwesen, Umwelt und Verkehr (PLUV) im Bereich des gerade abgebauten Behelfskreisels einen großen Verkehrskreisel zu bauen, wurde damals von der zuständigen Strassenbaubehörde abgelehnt. Nicht ganz willkürlich natürlich.

Die Verkehrsinsel muss noch wiederhergestellt werden.

Denn das als Problem angeführte Gefälle besteht ja tatsächlich. Aber es ist eines, das beherrscht werden kann – wie der Behelfskreisel bewiesen hat. Viele fragen jetzt: warum wird nach den guten Erfahrungen mit dem Provisorium dort jetzt keine Dauerlösung realisiert? Die Antwort ist eindeutig, wenn auch nicht auf den ersten Blick erkennbar. Denn für die Kreiselpläne des PLUV war nicht die bessere Grenzgraben-Anbindung entscheidend. Sondern eine ganz andere Verkehrsbeziehung, über die seit vielen Jahren diskutiert wird:

Die lediglich auf dem Papier und im Planungsstand befindliche Südumgehung der Gewerbegebiete Chausseegarten und Riegelgrube sowie der Wohngebiete In den Weingärten, Hohe Bell und Richard-Wagner-Strasse. Weil die vor Jahren angedachte Trassenführung mittlerweile bebaut ist, kommt ein Kreiselneubau jetzt nur an anderer Stelle, etwa 200 Meter bergauf, in Frage. Dort aber stellt sich das Problem des Gefälles in ganz anderer Weise. Nicht auf der Bundesstrasse. Sondern für die Anbindung des Grenzgrabens.

Der liegt so viele Meter tiefer, als die B 428, dass Richtung Bosenheim eigentlich eine – schon aus Kostengründen ausgeschlossene – Unterfahrung der Bundesstrasse gebaut werden müsste. Bei Beibehaltung der bisherigen Abfahrt in den Grenzgraben. Den Kreisel wirds also nicht mehr geben. Eher schon die Anbindung der Südumgehung an die B 428. Denn es ist kaum vorstellbar, dass etwa die Bewohner der rund 200 in der Verlängerung der Humperdinckstrasse neu errichteten Wohnungen den tagtäglichen, kilometerlangen Umweg über die Alzeyer Strasse dauerhaft akzeptieren.

Bleibt die Antwort auf die Frage, warum der Behelfskreisel nicht zur Dauerlösung werden konnte. Im PLUV wurde diese naheliegende Frage natürlich auch gestellt. Und von den Fachleuten beantwortet: das liegt am Unter- und Aufbau der Bundesstrasse dort. Der ist auf die in einem Verkehrskreisel insbesondere durch schwere Fahrzeuge entstehenden Belastungen und auf den Unterbau einwirkenden Kräfte schlicht nicht ausgelegt. Selbst entsprechend gebaute Kreiselflächen halten dem nicht dauerhaft stand (siehe Fleischhauer-Kreisel pp).