Am 17.11.2025 hat der Haupt- und Personalausschuss diesem Vorschlag einstimmig zugestimmt. Aufgrund dieses überparteilichen Votums ist die Abstimmung im Stadtrat am Donnerstag dieser Woche (11.12.2025) nur noch eine Formalie: die Verleihung der Ehrenmedaille der Stadt Bad Kreuznach an Steffen Kaul. Um eine Ehrung für den verdienten Heimatforscher bemüht sich seit Jahren eine Gruppe von Bürger*Innen. Für die hat Harald Könemann in der Einwohnerfragestunde der Stadtratssitzung am 30.11.2025 den Wunsch vorgetragen, Steffen Kaul die Ehrenbürgerwürde zuzusprechen. Oberbürgermeister Emanuel Letz hatte damals eine Beratung mit den Fraktionen angekündigt.

Und festgestellt, dass das Mindeste die Vergabe der Ehrenmedaille. Letz am 30. Oktober wörtlich: „schauen wir mal, was im nächsten Jahr kommt“. Tatsächlich ging es doch wesentlich schneller. In der städtischen Beschlussvorlage (Drucksachennummer 25/617) gibt die Stadt folgende Erläuterungen: „gemäß § 23 der Gemeindeordnung kann die Stadt Persönlichkeiten, die sich um die Stadt besonders verdient gemacht haben, das Ehrenbürgerrecht verleihen. Besondere Rechte und Pflichten werden hierdurch nicht begründet. Das Ehrenbürgerrecht kann nur lebenden Personen verliehen werden. Seit 1895 wurde an insgesamt 15 Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen.
Dreimal wurde das Ehrenbürgerrecht wieder entzogen. Letztmals wurde am 8.9.2024 das Ehrenbürgerrecht an die Eheleute Borsche verliehen. Davor erhielten 2008 Alex Jacob und 2020 Dr. Hans Jöckel das Ehrenbürgerrecht. Der Verwaltung wurde eine Petition überreicht, in der vorgeschlagen wird, Herrn Steffen Kaul zum Ehrenbürger zu ernennen. Eine weitere hohe Auszeichnung für Bürger der Stadt Bad Kreuznach ist die Ehrenmedaille der Stadt. Sie wurde bisher an fünf Männer und zwei Frauen verliehen: 2001 an Clemens Schneider und Richard Walter, 2003 an Inge Rossbach und Hans Peters, 2010 an Rosi Schittek und Hans Jöckel und 2013 an Nikolaus Blättermann.
Zum Lebenslauf von Steffen Kaul:
Im Alter von neun Jahren sammelte Steffen Kaul bereits Zeitungsartikel mit Fotos von historischen Gebäuden. Mittlerweile sind es mehr als 50.000 Fotos mit Bad Kreuznacher Ansichten, über die er zehn Bildbände veröffentlicht hat. Steffen Kaul ist ein unermüdlicher Bewahrer und Hüter der Bad Kreuznacher Geschichte und leidet auch mit, wenn historische Bausubstanz von der Bildfläche verschwindet. Dass die Steinerskulptur „Seehunde“ kein trauriges und vergessenes Dasein fristet, dafür hat er mit einer Spendenaktion gesorgt.
Frisch poliert werden die Seehunde am Teich im Oranienpark mit Überdachung ein neues Zuhause finden. Seit 1974 hat er sich darüber hinaus um den Brand- und Katastrophenschutz verdient gemacht. Er ist Mitglied des Ehrenzugs der Freiwilligen Feuerwehr und war bis 2006 Zugführer des zweiten Löschzugs. Im Rahmen seiner Tätigkeit konnte er vier Menschenleben retten und erhielt für seinen mutigen Einsatz das Feuerwehr-Ehrenkreuz des Landes Rheinland-Pfalz. Weitere Kreuznacher Schätze sind zwei Museen, die er aufgebaut hat:
Das „Eiskeller-Museum“, als kleinstes Museum Deutschlands. In der alten Brauerei, ehemals genutzt als Eiskeller und Spielzeugfabrik, werden seit 2008 besondere Exponate präsentiert, die an die Brauereigeschichte der Stadt Bad Kreuznach erinnern. Das „Bunkermuseum“, ein ehemaliger Bunker in den Kauzenburg, wo viele Menschen im II. Weltkrieg von den Bomben Zuflucht fanden. Seine Stadtführungen, die er mit Anekdoten würzt, sind sowohl bei Touristen als auch bei Einheimischen sehr beliebt. Für all das wurde er bereits im Jahr 2020 mit der Ehrennadel des Landes ausgezeichnet“.
