Teilsperrung der Landfuhrbrücke sorgt für Super-Stau im Stadtgebiet

Mehrfach gab es in den vergangenen drei Jahren Sperrungen der Landfuhrbrücke. Und jedes Mal war die Folge ähnlich: der innerstädtische Verkehr kollabierte. Nach dem dritten auf diese Weise hervorgerufenen, großflächigen Stauereignis versprach die Stadtverwaltung im vergangenen Jahr, nicht mehr zwei Baumaßnahmen zeitgleich zuzulassen. Ein großes Wort, das absehbar nicht zu halten war. Denn die Verantwortlichen im Rathaus haben das Baustellenmanagement im Stadtgebiet gar nicht allein in der Hand. So hat etwa der Landesbetrieb Mobilität (LBM) ein gewichtiges Wort mitzureden.

Wilhelmstrasse

Und der LBM hat mit der Großbaustelle wegen des vierstreifigen Ausbaues der B 428 aktuell erhebliche eigene Probleme: aus mehreren Gründen hat sich der Baufortschritt dort um Wochen verzögert. Mit einer fatalen Folge: während sich die Lage für jene Verkehrsteilnehmer*Innen, die von der B 41 Richtung Schwabenheimer Weg fahren möchten, seit der Teilfreigabe des ausgebauten Streckenabschnittes zwischen dem Bauhaus- und dem Kreisel Bosenheimer Strasse deutlich verbessert. Aber für alle anderen Verkehrsströme ebenso klar verschlechtert.

Planiger Strasse

Seit Wochen müssen nämlich all jene, die von der B 41 Richtung Planig / Ippesheim fahren möchten, einen Umweg durch den Kreisel am östlichen Ende der Bosenheimer Strasse nehmen. Mit der Folge, dass der von Bosenheim Richtung Innenstadt und der auf der Bosenheimer Strasse stadtauswärts fliessende Verkehr ausgebremst wird. Was auf der Bosenheimer Strasse in der Hauptverkehrszeit zu Rückstaus bis zum Kreisel Riegelgrube oder sogar zu dem an der Dürer Strasse führt. Seit der Teilsperrung der Landfuhrbrücke hat sich dieser Stau bis zum Fleischhauerkreisel und darüber hinaus aufgebaut.

Das egoistische (und verkehrsordnungswidrige) Verhalten vieler Autofahrer*Innen vergrössert noch die Probleme. Diese Fahrzeugführerin etwa ist rücksichtslos in die Kreuzung eingefahren und stellt die Fussgängerfurt zu.

Zudem steht der Verkehr jetzt auch in der Alzeyer Strasse und in der Bosenheimer Strasse stadteinwärts. Und auch in der Wöllsteiner, in der Gensinger und in der Wilhelmstrasse. Die Stadtverwaltung hat nicht ausdrücklich erklärt, warum sie mit der Teilsperrung der Landfuhrbrücke nicht bis zur vollständigen Freigabe des Bauhaus-Kreisels an der B 428 gewartet hat. Sondern lediglich mitgeteilt, dass dort „dringend notwendige Instandsetzungsarbeiten“ durchzuführend sind. Obwohl diese die Folge von Untersuchungen der Brücke sind. Und daher baufachliche Informationen in Hülle und Fülle vorliegen.

Bosenheimer Strasse westlich des Fleischhauer-Kreisels

Wie im Mittelalter verfügt die Obrigkeit für die Untertanen mit erheblichen Einschnitten verbundene Maßnahmen. Ohne jede Erklärung in der Sache. Und dann wundert sich die Stadtspitze über die sich ständig verschlechternde Stimmung in der Einwohnerschaft. Die mit höherer Grundsteuer belastet wurde, ohne deren Einbeziehung das Stadtbild mit Hotel-Türmen neben der Kauzenburg verändert werden sollte, der eine Eisbahn vorenthalten wird und der durch Ausweisung weiterer gebührenpflichtiger Bereiche eine Parkgebührenerhöhung um über 50% zugemutet wird. Um nur einige wenige Punkte zu nennen.

Bosenheimer Strasse östlich des Kreisels Dürer Strasse