Am 27. Mai 2025 hatte der Stadtrat mehrheitlich eine Erhöhung der Parkgebühren um 2,7 Millionen Euro beschlossen. Die Proteste dagegen flammten Anfang Juli 2025 besonders heftig auf, als die ersten Innenstadtbesucher*Innen für etwas mehr als eine Stunde Parkzeit über vier Euro zahlen mussten. Einen regelrechten Sturm der Entrüstung löste der mit Fotobeweis ausgelöste Erlebnisbericht einer Frau aus, die für 61 Minuten satte 4,10 Euro berappte. Im Oktober deckte Stadtratsmitglied Karl-Heinz Delaveaux (FWG e.V.) über eine Anfrage auf, dass trotz der Erhöhung das Planziel nicht erreicht wird.

Offenbar setzt die Stadt auf die zweite Stufe des Beschlusses vom Mai diesen Jahres. Die soll zum 1.1.2026 umgesetzt werden. Die Parkgebührenpflicht wird dann für eine ganze Reihe von Strassen und Plätze eingeführt, auf denen Autos bisher kostenlos abgestellt werden dürfen. Dazu zählen u.a. die Pfingstwiese, die Ringstrasse im Bereich zwischen Polizei und Berufsschule, Teile des Kurgebietes und der Waldparkplatz im Salinental (P2). In der Facebook-Gruppe „Mäsenem un drum erum – Perlen am Glan“ wurde darauf am Wochenende noch einmal hingewiesen. Mit einer erneut äusserst negativen Reaktion.
Vor allem jene Menschen, die in Bad Kreuznach Fachärzte, Dienstleistungsunternehmen und Handelsgeschäfte aufsuchen müssen, weil es die an ihren Wohnorten schlicht nicht gibt, fühlen sich abgezockt. Und bringen ihre Verärgerung ungefiltert zum Ausdruck. Gernot K.: „es geht mir darum, dass ich mich auch persönlich ärgere, dass ich in Bad Kreuznach sehr viel Geld in einen Parkautomaten werfen muss, wenn ich einen Arzt besuchen muss, einen entspannten Feierabendspaziergang machen will oder in der Innenstadt bummeln will oder, statt Online, einen Einkauf beim Fachhändler vor Ort tätigen will!“
Ines S. merkt an: „ich kenne inzwischen viele, die die Bad Kreuznacher Innenstadt meiden wegen den Parkkosten“. Franz Rudolf W. gehört dazu: „ich meine diese Stadt auch wegen den hohen Parkgebühren und wegen den ganzen Radwegen, wo kaum jemand mit dem Fahrrad fährt. Also: nein Danke Bad Kreuznach“. Auch Carmen E. stimmt dem zu: „ich meide die Innenstadt auch. Zumal man auch nicht mehr alles bekommt, so wie man es immer gewohnt war. Und wenn mal in der Innenstadt eine Veranstaltung ist, die dauert auch nur so lange wie man Parkgebühr bezahlen muss, Montag bis Freitag bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag bis 18 Uhr“.
Was Gernot K. zu dazu motiviert, die Kreisstadt in einen ergänzenden Bezug zu stellen: „die Schildbürger in Schilda haben das Licht in Säcken ins Rathaus getragen, die Schildbürger im Bad Kreuznacher Stadtrat tragen das Licht in ihren eigenen Geldsäcken aus der Einkaufsstadt heraus! Die Säcke haben aber Löcher!“ Und Dany B. schreibt resigniert: „wirklich schade. Wir weichen mittlerweile auf andere Städte aus“. Ähnlich Kommentare gibt es aus Kirn, Bad Sobernheim und den Verbandsgemeinden Rüdesheim und Langenlonsheim-Stromberg. Mike Mattern bewertet das so: „diese Parkgebühren schädigen das Image Bad Kreuznachs in der Region“.
