Karl-Heinz Delaveaux: warum steht die Eisbahn in Wallhausen?

Bereits als Andreas Schnorrenberger (Meine Stadt Bad Kreuznach) im Winter 2018/2019 die erste Bad Kreuznacher Echteisbahn auf den Parkplatz des Kaufland-Marktes stellte, war Karl-Heinz Delaveaux (FWG e.V.) begeistert. Er selbst wagt sich zwar nur im Stadtrat und dessen Gremien aufs (dort politische) Eis. Aber aus dem Freundes- und Bekanntenkreis wusste er schon damals, dass ein solches Angebot vor Ort Freude bereitet. Und überregionale Aufmerksamkeit generiert. Daher gehörte Delaveaux im Dezember 2019 auch zum Kreis jener Stadtratsmitglieder, die die Stadtverwaltung aufforderten, die Eisbahn entgegen der städtischen Blockadehaltung auch im Winter 2019/2020 in Betrieb gehen zu lassen.

Andreas Schnorrenberger hat wieder einmal eine Eisbahn aufgestellt. Allerdings nicht in seiner Heimatstadt Bad Kreuznach, sondern in Wallhausen. Dort wurde ihm von den zuständigen Verwaltungen geholfen.

Über sechs Wochen weigerte sich die damalige Oberbürgermeisterin. Dann wurde der Druck aus der Öffentlichkeit zu groß. Und die Bahn wurde Mitte Januar 2020 ohne jede technische Veränderung geduldet. Gut zwei Jahre später, bei der OB-Wahl im März 2022, erinnerten sich viele EinwohnerInnen daran, warum tausenden von Kindern und Jugendlichen der Winterspaß verweigert wurde. OBin Dr. Kaster-Meurer hatte es am 4.12.2019 im Ausschuss wörtlich so gesagt: „Manchmal muss man einfach lernen, wo der Hammer hängt“. Die große Mehrheit der EinwohnerInnen hat das verstanden. Im Frühjahr 2025 entschloss sich Andreas Schnorrenberger erneut dazu, eine Eisbahn anzubieten.

Karl-Heinz Delaveaux (rechts) besuchte bereits 2019 das Winterdorf an der Eisbahn auf dem Kaufland-Parkplatz. Werner Rohleder (zweiter von rechts) war damals als Schausteller mit dabei.

Natürlich war Bad Kreuznach seine erste Standort-Wahl. Diesmal auf der Pfingstwiese. Schnorrenberger wandte sich an die Stadtverwaltung. Mit dem Ergebnis: statt den Veranstalter dabei zu unterstützen, Lösungen zu suchen (wie das beispielsweise bei dem Bauprojekt Hotel-Türme neben der Kauzenburg der Fall war), wurden die Probleme thematisiert. So dass Andreas Schnorrenberger sich einen anderen Ort suchen musste. Den fand er in Wallhausen. Dort war er mit offenen Armen empfangen worden. Orts- und Verbandsgemeindespitze unternahmen alles, um das Angebot möglich zu machen. Öffentliche Verwaltung, die Lösungen statt Probleme lieferte.

Karl-Heinz Delaveaux gönnt den Menschen in der Verbandsgemeinde Rüdesheim die Eisbahn. Aber weil dadurch viele Kinder und Jugendliche in Bad Kreuznach faktisch vom Wintervergnügen ausgeschlossen sind, möchte das Stadtratsmitglied aufgeklärt sehen, warum die Stadtverwaltung die Eisbahn in Bad Kreuznach nicht ermöglicht hat. Erste Informationen hat Delaveaux mit seinen Kontakten in die Verwaltung bereits recherchiert. Um amtlich-offizielle Angaben zu erhalten, hat Karl-Heinz Delaveaux unter Bezugnahme auf sein durch die Gemeindeordnung garantiertes Fragerecht eine Anfrage an Oberbürgermeister Emanuel Letz gerichtet und um Beantwortung in der morgigen Stadtratssitzung (27.11.2025) gebeten.

Die Presseerklärung von Karl-Heinz Delaveaux im Wortlaut:

„Am Tag der Stadtratssitzung, in der der Stadthaushalt für 2026 verabschiedet wurde (20.11.2025), eröffnete in Wallhausen die mit 800 Quadratmeter größte temporäre Echteisbahn der Region. Organisiert wurde das Wintervergnügen von dem Planiger Unternehmer Andreas Schnorrenberger (Meine Stadt Bad Kreuznach). Schnorrenberger hatte bereits im Winter 2018/2019 eine Echteisbahn auf dem Parkplatz des Kaufland-Marktes betrieben. Und wollte das im Winter 2019/2020 wiederholen. Dies scheiterte zunächst am Veto der damaligen Oberbürgermeisterin, die in den städtischen Gremien erklärte, mit dem Verbot habe sie zeigen wollen, wo der Hammer hängt.

Ich hatte mich schon damals mit meinem heutigen Fraktionskollegen Wilhelm Zimmerlin für die schnellstmögliche Eröffnung der Eisbahn eingesetzt. Mitte Januar 2020 gelang dies dann endlich. Auch im Winter 2025/2026 wollte Andreas Schnorrenberger eine Echteisbahn in Bad Kreuznach anbieten. Ins Auge gefasst war ein Standort auf der Pfingstwiese. Trotz einer Besprechung in einer größeren Verwaltungsrunde kam es dazu nicht. Bevor ich die Art und Weise, wie erneut eine Echteisbahn in Bad Kreuznach verhindert wurde, offenlege, habe ich eine diesbezügliche Anfrage an den Oberbürgermeister gerichtet, die ich Ihnen nachstehend im Wortlaut weitergebe.

Für mich sind zwei Punkte wichtig. Zunächst die Situation für die betroffenen Kinder und Jugendliche. Den Standort in Bad Kreuznach hätten tausende Kinder und Jugendliche zu Fuß oder Rad erreichen können. Nach Wallhausen ist eine „Weltreise“ erforderlich, um das – etwa aus der Südstadt – mit dem Bus zu schaffen. Von den zusätzlichen damit verbundenen Kosten und dem Zeitaufwand ganz zu schweigen. Und dann ist da der Tourismus- und Werbeeffekt. Sowohl 2018/2019 als auch 2020 hat die Eisbahn, an den Autokennzeichen auf dem Kaufland-Parkplatz sonntags gut zu erkennen, zahlreiche Gäste aus Idar-Oberstein, Simmern, Alzey, Mainz, Kusel usw nach Bad Kreuznach gelockt. 

Die fahren jetzt nach Wallhausen. Kein Werbeeffekt mehr für die Kreisstadt. Keine Zusatzgeschäfte mehr für andere Anbieter, die gerade die weit angereisten Gäste getätigt haben. Als es um die Kauzenburg ging, wurde unternehmerisches Engagement von der Verwaltung in den höchsten Tönen gelobt. Wieso wurde dieser Argumentation folgend die Eisbahn in Bad Kreuznach nicht nachhaltig unterstützt, um ihre Realisierung zu ermöglichen, so wie es die Verbandsgemeindeverwaltung Rüdesheim getan hat? Mit freundlichem Gruss Karl-Heinz Delaveaux“

Die Anfrage von Karl-Heinz Delaveaux im Wortlaut:

„Anfrage: warum steht die größte Echteisbahn der Region nicht in Bad Kreuznach? (vom 23.11.2025)

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, ich gehe davon aus, dass der Verwaltung die Antwort auf diese Anfrage leicht fällt und keine großen Recherchen nötig sind. Daher erlaube ich mir diese kurzfristiger als von mir gewohnt einzureichen. Am Tag der Sonderstadtratssitzung für den Stadthaushalt 2026 (20.11.2025) wurde in Wallhausen (Verbandsgemeinde Rüdesheim) die größte Echteisbahn der Region eröffnet. Ich konnte dazu eine Reihe von Details in Erfahrung bringen. Diese sind:

Veranstalter Andreas Schnorrenberger, der bereits im Winter 2018/2019 und – nach mehrwöchiger Blockade durch die Stadt – Anfang 2020 eine Echteisbahn auf dem Parkplatz des Kaufland-Parkplatzes organisierte, wollte es in diesem Winter noch einmal im Stadtgebiet probieren. Und zwar auf der Pfingstwiese. Dazu fand auch unter Beteiligung mehrerer Ämter der Stadtverwaltung eine Besprechung statt.

Statt Unterstützung und lösungsorientierter Hilfe wurde dort umfangreich dargelegt, welche Probleme seitens der Stadt gesehen werden. Herr Schnorrenberger hat sich daher an andere kommunale Verwaltungen gewandt. Und wurde in der Verbandsgemeinde Rüdesheim mit offenen Armen empfangen. Nach Angaben von Verbandsbürgermeister Markus Lüttger hat die dortige Verwaltung den Weg für eine Genehmigung geebnet.

Das hat zur Folge, dass Bad Kreuznacher Kinder, die 2018/2019 und Anfang 2020 noch zu Fuß zu einer Eisbahn gehen konnten, heute auf einen Transport durch ihre Eltern angewiesen sind. Was in vielen Fällen einem Ausschluss gleichkommt. Ich wurde daraufhin am Wochenende mehrfach angesprochen, warum die Stadtverwaltung es nicht ermöglicht hat, diese Eisbahn in Bad Kreuznach auf der Pfingstwiese aufzubauen.

Mit der Bitte um eine vollständige Beantwortung gebe ich diese Frage hiermit an Sie, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, weiter. Ich bitte Sie diese meine Anfrage auf die Tagesordnung der Stadtratssitzung am 27.11.2025 aufzunehmen und im Ratsinformationssystem einzustellen. Ergänzend bitte ich Sie diese Anfrage in der Stadtratssitzung am 27.11.2025 zu beantworten. Mit freundlichem Gruß Karl-Heinz Delaveaux“