Das Sozialgesetzbuch II wird 20 Jahre alt. Für Mitarbeitende, Partner und lokale Entscheidungsträger des Jobcenter Bad Kreuznach war das ein Anlass im Bürgerhaus Waldböckelheim zusammen zu feiern. Und Bilanz zu ziehen und nach vorne zu schauen. Die Veranstaltung bot eine Plattform für Austausch und Diskussion über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Jobcenters. Der Tag begann mit einem lebhaften Come-together, bei dem die Gäste Gelegenheit hatten, sich auszutauschen und bestehende Netzwerke zu pflegen.

Anschließend eröffnete der Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Bad Kreuznach, Oliver Kohl (SPD), die Veranstaltung. In seiner Rede betonte er: „Das Jobcenter ist ein entscheidender Pfeiler für den sozialen Frieden in unserer Region. Die zurückliegenden zwanzig Jahre haben gezeigt, wie notwendige Unterstützung und effiziente Verwaltung Hand in Hand arbeiten können, um den Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind, echte Perspektiven zu bieten. Mit weiteren gesetzlichen Änderungen und neuen Herausforderungen in Sicht ist das Jobcenter Bad Kreuznach bereit, seine Rolle als innovativer und unverzichtbarer Teil der sozialen Landschaft zu verstärken.“
Geschäftsführer Joey Isted stellte dar, wie sich die Arbeit des Jobcenters in zentralen Kennzahlen im Vergleich zu Vorjahr entwickelt hat. Die Bilanz dabei ist positiv: So ist es den Mitarbeitenden im Jobcenter noch besser gelungen, Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren, was sich einer im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Integrationsquote zeigt. Im gleichen Zeitraum hat sich der Bestand an Langzeitleistungsbeziehenden nach oben entwickelt. Fortschritte macht das Jobcenter im digitalen Bereich. So werden mittlerweile mehr als die Hälfte der Erstanträge online gestellt.
Die Ergebnisse der kürzlich durchgeführten Befragung der Mitarbeitenden ergab ein überdurchschnittlich hohes Engagement-Niveau mit einer Schulnote von 1,9. Ein ähnliches Bild zeigt die Befragung der Kundinnen und Kunden mit einer Schulnote von 2,4. Geschäftsführerin Patricia Reidenbach blickte auf die zurückliegenden 20 Jahre Jobcenter-Geschichte zurück und erinnerte an Meilensteine wie die Umsetzung der Agenda 2010 mit Zusammenführung von Sozial- und Arbeitslosenhilfe und die mit der Reform verbunden Unsicherheiten. Im Rückblick kennzeichnet sie den „Begriff HARTZ IV als Stigmatisierung von Mensch und Behörde“.
Die Rolle der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) in dieser Phase sieht sie als Pionierarbeit bis hin zur Weiterentwicklung zu den heutigen Jobcentern als gemeinsame Einrichtung von Kommunal- und Bundesverwaltung. Ein Rückblick auf 20 Jahre Jobcenter kommt auch an gesellschaftlichen Krisen nicht vorbei. Patricia Reidenbach erinnerte an große Herausforderungen wie die Bankenkrise, die Flüchtlingswelle und die COVID-Pandemie. „Wir können Krise und finden Lösungen und ja – wir haben das geschafft. Wir sorgen für sozialen Frieden als systemrelevante Einrichtung“, zeigte sich die Geschäftsführerin überzeugt.
Weiter ging die Jubiläumsfeier mit einem Austausch der Gründungsmitglieder des Jobcenters, moderiert von Gerd Emrich. Auf dem Podium erinnerten sie an die Entwicklung der Institution von der ersten Stunde an. Im Rahmenprogramm hatten die Gäste an Themeninseln zudem die Gelegenheit, unter Anleitung von Fachkräften der Landeszentrale für Gesundheitsförderung (LZG) eine aktive Pause zu verbringen, einem Vortrag der Präventionsstelle der Polizei zuzuhören oder an einem gemeinsamen Stand des DRK und der Stefan-Morsch-Stiftung Blut zu spenden oder sich als Stammzellenspender registrieren zu lassen.
Quelle und Bild: Kreisverwaltung Bad Kreuznach
