Hotel-Türme neben der Kauzenburg: hat der Architekt da was falsch verstanden?

In der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Bauwesen, Umwelt und Verkehr (PLUV) am 11.11.2025 wurde Mit-Investor Stefan Kessler sehr deutlich: „der Plan steht und fällt, dass da ein Aufzug hinkommt. In den Berg nach unten. Wir möchten nämlich vom Schloßpark aus bis in die Klappergasse den Bunker frei machen. Der läuft direkt unter der Kauzenburg entlang. Wenn man da einen Aufzug hinunterschafft, so dass man ebenerdig von der Altstadt in das Hotel fahren und das Restaurant besuchen kann. Dann hat man eine wirtschaftliche Grundlage in den nächsten Jahrzehnten die Kauzenburg wirtschaftlich zu betreiben“.

Durch diesen Bunker am Aufgang zur Kauzenburg im Bereich Kaltes Loch könnte der Zugang zu einem Aufzug in die darüberliegende Burganlage ermöglicht werden. Ein Millionenprojekt, über dessen Finanzierung zwar hinter den Kulissen gesprochen, aber die Öffentlichkeit nicht informiert wurde.

In der PLUV-Sitzung am 7.10.2025 hat der Kölner Architekt das bezüglich des Handlungsablaufes etwas anders dargestellt. Nach seinen Vorstellungen soll erst ein vorhabenbezogener Bebauungsplan für den Bau der Hotel-Türme auf den Weg gebracht werden. In den ganz ausdrücklich der Aufzug und das Stollenprojekt nicht aufgenommen sind: „der Vorschlag ist, das zu separieren“. Als Begründung führte der Architekt vom Kölner Architekturbüro Paul Böhm GmbH an, dies sei „zu aufwändig“. Auf Nachfrage aus dem PLUV räumte er ein: „Sie haben vollkommen recht. Wer die Idee hat, der soll auch sagen, wer das bezahlt. Das muss man noch mal weiter untersuchen, wie das stattzufinden hat“.

Mehrere Mitglieder des Planungsausschusses erkannten in den Ausführungen des Mit-Investors am 11.11.2025 einen klaren Widerspruch zu den Erklärungen der von ihm beauftragten Architekten vom 7.10.2025. Denn wenn, wie von Stefan Kessler behauptet, erst der Aufzug die „wirtschaftliche Grundlage“ schafft für das Hotel-Türme-Projekt und der Plan mit dem Aufzug „steht und fällt“, dann müsste denklogisch dessen Bau im ersten Schritt rechtlich, tatsächlich und finanziell sichergestellt werden. Und erst wenn das geklärt ist, dürfte das Hotel-Türme-Projekt auf den Weg gebracht werden. Darauf angesprochen reagierte Kessler mit der Aussage:

„Da haben Sie den Architekten falsch verstanden oder der Architekt hat mich falsch verstanden. Jedenfalls der Aufzug ist essentieller Teil dieses ganzen Projektes“. Was eine weitere Frage aufwirft: wenn der Architekt seinen Auftraggeber in Sachen Aufzug falsch verstanden haben sollte: was hat der Architekt möglicherweise noch falsch verstanden? Konkret beantwortet wurde die Frage nach der Finanzierung des Aufzug-Projektes von Stefan Kessler nicht. Den Vermutungen von Ausschussmitgliedern, es werde ein Nutzungsentgeld gefordert oder die Stadt müsse sich an den Kosten beteiligen, widersprach Kessler jedenfalls nicht. Was ein Indiz dafür ist, dass ihn die Architekten doch gut verstanden haben.

Denn bereits am 7.10.2025 kam von denen diesbezüglich die Ansage: „da gibt es sicherlich einige Ideen. Da sind wir aber nicht die richtigen Ansprechpartner“. Während ein Teil der Kommunalpolitiker*Innen das Projekt „Hotel-Türme neben der Kauzenburg“ als endgültig erledigt ansieht, mahnen andere zur Vorsicht. So erinnern etwa Jürgen Eitel (Freie Wähler), Hermann Holste (Grüne), Wilhelm Zimmerlin (BüFEP) und Gerhard Merkelbach (Faire Liste) daran, dass das Stadtbauamt in der Vergangenheit im PLUV abgelehnte oder mehrheitlich kritisch kommentierte Bauvorhaben (THW-Gelände, Hüffelsheimer Strasse) trotzdem wieder auf die Tagesordnung brachte.