Bereits in der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Bauwesen, Umwelt und Verkehr (PLUV) am 7. Oktober waren die geplanten Hotel-Türme neben der Kauzenburg Beratungsthema. Es fand sogar eine von Oberbürgermeister Emanuel Letz (FDP) durchgeführte Abstimmung statt. Weil daran unter Verstoß gegen die einschlägigen Vorschriften der Gemeindeordnung Carsten Lorenz, der Neffe des Mit-Burgbesitzers Werner Lorenz (FDP) teilnahm, musste diese allerdings aufgehoben werden. Die erneute Beratung und Beschlussfassung ist für den heutigen Dienstagabend in öffentlicher Sitzung des PLUV angesetzt (ab 17:30 Uhr im Stadtratssitzungssaal im III. Obergeschoss des Rathauses, Seiteneingang Rossstrasse).

Am 7.10.2025 waren die Hotel-Türme von Rednern mehrerer Fraktionen rundheraus begrüßt worden. Etwa von Rolf Schneider (FDP), Björn Wilde (SPD) und Tobias Schulz (AfD), die das Projekt rundheraus begrüßten. CDU-Fraktionsvorsitzender Manfred Rapp meldete bereits vor fünf Wochen Bedenken an. Zwischenzeitlich sprach sich die Fraktion der Christdemokraten gegen das Bauvorhaben aus. Auch die SPD soll mittlerweile von ihrer positiven Grundeinstellung abgerückt sein. Eine diesbezügliche Anfrage der tourismusbeitrag-so-nicht.de-Redaktion ließ die Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten im Stadtrat, Dr. Claudia Eider, unbeantwortet.
Von ihrer Zustimmung am 7.10.2025 distanziert hat sich gestern per Presseerklärung die AfD-Stadtratsfraktion. Deren Vorsitzender Jörg Fechner schreibt: „Selbstverständlich unterstützen wir Projekte, die unsere Stadt wirtschaftlich voranbringen. Ein solches Bauprojekt darf nicht gegen den offensichtlich mehrheitlichen Willen der betroffenen Bevölkerung durchgesetzt werden. Wir befürchten auch eine weitere Bausünde in der Stadt“. Damit schwenkt nach der CDU auch die AfD auf den Kurs von Grünen, Fairer Liste, Freien Wählern, Linken und BüFEP ein, die sich von Anfang an klar gegen den Bau von Hotel-Türmen neben der Kauzenburg ausgesprochen haben.
Die Presseerklärung der AfD-Stadtratsfraktion zum geplanten Bauvorhaben „Hotel Kauzenburg“ im Wortlaut:
„Am heutigen Dienstag, den 11. November 2025, wird erneut im Ausschuss für Stadtplanung, Bauwesen, Umwelt und Verkehr (PLUV) über das Projekt „Hotel auf dem Kauzenberg“ beraten und vermutlich abgestimmt. Diese Wiederholung wurde notwendig, weil bei der Abstimmung in der letzten PLUV-Sitzung am 7. Oktober ein Familienmitglied des Bosenheimer FDP-Stadtrats Werner Lorenz mitstimmte, obwohl er befangen war. Leider erkannte der Versammlungsleiter Oberbürgermeister Letz (FDP) dies nicht, obwohl er auch in Bosenheim wohnt und mit der Familie Lorenz bekannt ist. Durch diese gescheiterte Abstimmung ist das Projekt der beiden Bauherren Werner Lorenz und Stefan Kessler erst in der Öffentlichkeit richtig publik geworden.
Seit dem formiert sich ein immer größerer Widerstand in der Bevölkerung gegen dieses Projekt. Auch in der AfD-Stadtratsfraktion wurde dieser Neubauplan eines Hotels auf dem Kauzenberg offen diskutiert. Im Rahmen dieser Meinungsbildung kommt die AfD-Stadtratsfraktion einhellig zu dem Entschluss dieses Bauprojekt in der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Bauwesen, Umwelt und Verkehr am 11. November abzulehnen. Selbstverständlich unterstützen wir Projekte, die unsere Stadt wirtschaftlich voranbringen. Aber in diesem Fall sprechen eine ganze Reihe von Gründen dagegen. Ein solches Bauprojekt darf nicht gegen den offensichtlich mehrheitlichen Willen der betroffenen Bevölkerung durchgesetzt werden.
Wir befürchten auch eine weitere Bausünde in der Stadt. Dies hat in Bad Kreuznach leider eine lange Tradition. Mahnung sollte auch der Baustopp des Salinenquartiers in der Salinenstraße sein. Das Bad Kreuznacher Innenstadtbild wird durch diese großen Hotel-Türme neben der Kauzenburg nachhaltig verändert. Darum wäre es unbedingt notwendig gewesen, dass dieses – für die Innenstadt prägendes – Hotel-Projekt zuerst in einer Einwohnerversammlung behandelt wird. Gegen die mehrheitlich geäußerten Meinungen der Bevölkerung sollte nicht gehandelt werden. Es mangelt an einer guten Vorbereitung und Diskussion mit der betroffenen Bürgerschaft, besonders in der Innenstadt. Jörg Fechner und Nelson Prieß“.


