Im Haus der Stadtgeschichte am 13.11.: Anpassung und Widerstand in der NS-Zeit

Vom 10. bis zum 14. November 2025 lädt das Haus der Stadtgeschichte (Mannheimer Straße 189) zu einer Themenwoche ein. Angeboten wird die Vortragsreihe „Wir erinnern an …“. Die einzelnen Veranstaltungen stellen wir jeweils gesondert vor:

Am Donnerstag dieser Woche (13.11.2025)ab 18:30 Uhr berichtet Martin Strohmeyer unter der Überschrift „Zwischen Anpassung und Widerstand“ über das Schicksal der Eheleute Karl und Erna Moritz in der NS-Zeit. Der 1893 in Bad Kreuznach geborene Karl Moritz wird 1925 zum Stadtbürgermeister von St. Goarshausen gewählt. Seine Amtszeit ist mit einer Reihe wichtiger infrastruktureller Maßnahmen verbunden, welche die Stadt sicher durch
die Weltwirtschaftskrise bringen. Aufgrund seiner Ehe mit einer „nicht arischen“ Frau wird er 1937 von den Nationalsozialisten zwangspensioniert.

Angesichts zunehmender antisemitischer Anfeindungen 1938 siedelt die Familie nach Köln über, wo Moritz als Handelsvertreter arbeitet. Dort wird seine Frau durch verwandtschaftliche Beziehungen in die illegale Widerstandsarbeit der KPD verwickelt. Unter dem Vorwurf der Anstiftung zum Hochverrat werden beide 1943 von der Gestapo verhaftet und im Sommer 1944 vom Volksgerichtshof zu Haftstrafen verurteilt. Während Erna Moritz das Kriegsende überlebt, findet ihr Ehemann als „Schutzhäftling“ im KZ Sachsenhausen den Tod. Die Veranstaltung wird ermöglicht durch die Unterstützung der Stiftung Haus der Stadtgeschichte Bad Kreuznach.

Quelle: Haus der Stadtgeschichte Bad Kreuznach