Der Knall der Explosion, die am gestrigen Samstagabend (8.11.2025) gegen 23:30 Uhr in einem Mehrfamilienhaus in der Hackenheimer Strasse in Bosenheim ausgelöst wurde, war noch in Bretzenheim zu hören. Ein Bewohner des Rieslingweges, der sich auf der Terrasse seines Hauses eine Fluppe gönnte, spürte noch über 200 Meter entfernt eine heftige Druckwelle. Diese ließ im entsprechenden Umkreis Fensterscheiben zittern und Rollläden wackeln. Der Raum, in der die Explosion stattfand, wurde vollkommen verwüstet. Die nach hinten befindliche Gebäudewand war in Höhe der betroffenen Wohnung in den Garten gesprengt.

Die zur Strasse hin gelegene Gebäudewand blieb stehen. Allerdings wurde das Fenster des betroffenen Zimmers in seine Einzelteile zerlegt und diese bis zu 50 Meter weit auf den Spielplatz vor der vis-a-vis des Hauses befindlichen Grundschule geschleudert. Mehrere hundert Quadratmeter der Hof- und Strassenfläche waren mit Glasscherben übersäht. Die Druckwelle hatte die Hauseingangstür massiv zerstört und nach außen gedrückt. Die Treppennhaus-Fenster wurden beschädigt. Selbst das Scheefang-Gitter des Nachbarhauses wurde zerstört. Schnell versammelten sich mehrere Dutzend Bosenheimer*Innen am Unglücksort.

Der durch Nachbarn und Hausbewohner alarmierten Feuerwehr und den Rettungskräften bot sich beim Eintreffen vor Ort folgende Lage: eine männliche Person mit schweren Brandverletzungen befand sich im Hof vor dem Gebäude. Hausbewohner und zwei wegen dem zuvor gehörten lauten Knall in zivil zur Einsatzstelle geeilte Feuerwehrleute, hatten bereits eine bettlägerige ältere Frau auf einer Decke liegend aus dem 1. Obergeschoss rechts ins Freie verbracht. Alle anderen Hausbewohner hatten das Gebäude selbstständig verlassen. Im 1. Obergeschoss links, dem Explosionsort, brannte es.

Rückseitig lag die Hauswand der linken Seite vom Erdgeschoss bis zum 1. Obergeschoss im Garten. In den ersten Minuten lag die Einsatzleitung der Feuerwehr bis zum Eintreffen des stellvertretenden Wehrleiters Kai Mathias bei Peter Steinbrecher, dem Zugführer des Löschbezirkes Ost. Innerhalb weniger Minuten waren über 40 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr mobilisiert und an der Unglückstelle im Einsatz. Zwei Trupps unter Atemschutz gingen mit je einem C-Rohr zur Brandbekämpfung in das Gebäude vor und durchsuchten es nach weiteren Personen. Ein weiterer Trupp erkundete den Keller.

Eine schwarze Katze namens Mio wurde unter einer Couch im 1. Obergeschoss gefunden und unverletzt ihrem Frauchen übergeben, die sie erleichtert in den Arm nahm. Die schwer brandverletzte Person kam in eine Spezialklinik und drei leicht verletzte Personen ins Krankenhaus. Alle anderen Bewohner blieben unverletzt. Was genau die Explosion mit den daraus erfolgten Schäden ausgelöst hatte, begannen die vor Ort befindlichen Polizeibeamten zu untersuchen. Ein Brandermittler war bereits im Einsatz. Gemeinsam mit Führungskräften der Feuerwehr suchten die Beamten, immer wieder von kurzen Besprechungen unterbrochen, die hauptbetroffene Wohnung auf.

Und den Keller, wo sich die Gasversorgung des Hauses befindet. Ein Baufachberater des Technischen Hilfswerkes (THW) der Ortsgruppe Wörrstadt unterstützte die Kräfte der THW-Ortsgruppe Bad Kreuznach bei der Beurteilung des Gebäudeschadens. Wegen der schweren Beschädigung der Konstruktion konnten die Bewohner nicht mehr in ihre Wohnungen zurückkehren. Alle wurden anderweitig untergebracht. Zwischenzeitlich konnten sie sich im Bosenheimer Gemeindehaus aufhalten. Für einen Großteil der Feuerwehreinsatzkräfte war der Einsatz nach etwa zwei Stunden beendet.

Die Wehrleute des Löschbezirks Ost blieben mit dem Einsatzleiter und seiner Führungsunterstützung noch weiter vor Ort. Ein Teil der Kräfte musste nämlich bis in die frühen Morgenstunden etwa für die Ausleuchtung der Sicherungs- und Sperrarbeiten sorgen. Für die Begehungen im Mehrfamilienhaus war nach Abschluss der Lösch- und Durchsuchungsarbeiten der Strom im Gebäude zunächst noch eingeschaltet. Nach Abschluss der nächtlichen Untersuchungen wurden die Versorgungsleitungen vollständig stillgelegt (weitere Berichte folgen).



Quellen: Alexander Jodeleit, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Bad Kreuznach, eigene Vor-Ort-Recherchen

