Leserbrief von
Dr. Andreas Popp
„Der inzwischen stadtbekannte Video-Clip „Kreuznach mein Kreuznach“ schaut wehmütig auf den allmählichen Niedergang der Stadt. Dabei übt er eine vergleichsweise milde Kritik an einzelnen, für diesen Niedergang verantwortlichen Fehlentscheidungen der politischen Spitze. Der Clip soll auf einen Mitarbeiter der Verwaltung zurückgehen, wobei es sich um einen engagierten und kreativen Kopf handeln dürfte. Man sollte ihn dafür loben. Das sieht unser aktueller Oberbürgermeister Emmanuel Letz, dessen Neigung zur Selbstkritik bislang unbemerkt blieb, jedoch anders und leitet ein internes Prüfverfahren gegen besagten Mitarbeiter ein, das u. U. in eine Kündigung münden könnte.

Diese Entscheidung zur Durchführung eines solchen Verfahrens ist natürlich eine Drohung an das gesamte Verwaltungspersonal: „Klappe halten! Hacken zusammen!“ Eine Entscheidung, die an Dämlichkeit nicht zu überbieten ist, trägt sie doch durch ihre kindische Kasernenhofmentalität zur weiteren Demotivation der Verwaltung inklusive nach oben offener Kostensteigerung bei. Der aktuelle Krankenstand dort beträgt, man kann es nicht oft genug wiederholen, das etwa Doppelte des Bundesdurchschnitts.
Kompensatorisch stellt man dann noch mehr Leute ein, wie vor wenigen Tagen auf den Weg gebracht. Ursache für eine derartige Situation ist immer ein miserables Arbeitsklima, nachdem die dort tätigen Menschen sich weder von ihren Bürostühlen stürzen noch der Pest anheimfallen. Verantwortlich ist die Personalleitung, in unserem Fall also Herr Letz. Ein in der Privatwirtschaft tätiger Personalchef mit einer derart katastrophalen Leistungsbilanz müsste sofort seinen kleinkarierten Hut nehmen, unmittelbar gefolgt von einem strikten Hausverbot“.
