Seit Jahren entschuldigt Oberbürgermeister Letz Leitungsdefizite der Stadtverwaltung mit fehlendem Personal. Tatsächlich ist der Hauptgrund ein ganz anderer: das vorhandene Personal wird teilweise mit falschen Aufgaben betraut. Eine der teuersten Fehlleistungen dieser Art waren die Verwaltungspläne, insbesondere des Stadtplanungsamtes, für die Bewerbung um die Landesgartenschau 2032. Obwohl Einwohner*Innen aus ganz unterschiedlichen politischen Lagern vor den Kosten und den geringen Erfolgsaussichten warnten, setzte Emanuel Letz in den städtischen Gremien die Beauftragung eines Unternehmens durch, das der Stadt eine Bewerbung ausarbeitete.

Für 162.000 Euro Steuergeld, das die Stadt gar nicht hat. Sondern kreditfinanziert werden musste. Nur wenige Kommunalpolitiker*Innen hatten den Mumm und oder die Weitsicht, vor der Beschlussfassung Bedenken vorzutragen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Manfred Rapp gehörte dazu. Hatte dann aber leider nicht den Mut den blumigen Wahnvorstellungen in seiner eigenen Fraktion entschieden entgegenzutreten. Kritik äusserten auch Wilhelm Zimmerlin (BüFERP), Karl-Heinz Delaveaux (FWG e.V.), Jürgen Eitel (Freie Wähler) und die AfD. Gerhard Merkelbach (Faire Liste) war der öffentliche Wortführer der Gegner einer Bewerbung.
Argumentationstark wies er auf die Risiken und Probleme hin. Und wurde daher von den Spendierhosenträger*Innen im Stadtrat auch unter der Gürtellinie angegangen. Letztendlich musste OB Letz einen Rückzieher machen. Und die Bewerbung widerrufen. Die 162.000 Euro waren da allerdings schon ausgegeben. Am gestrigen Mittwochmorgen (1.10.2025) wurden die Bewerbungskritiker in beispielloser Weise in der Sache bestätigt. Und die Befürworter als realitätsfremde Träumer öffentlich überführt. Die Landesregierung hat die Ausschreibung für die Landesgartenschau 2032 aufgehoben und die Großveranstaltung abgesagt. Die Konsequenz:
Pirmasens verliert die Landesgartenschau. Der Grund ist genau jener, aus dem Gerhard Merkelbach und andere verantwortungsbewusste Kommunalpolitiker*Innen die Veranstaltung abgelehnt hatten: die hohen Kosten. Und auch inhaltliche Defizite, die die Kritiker*Innen in Bad Kreuznach formuliert hatten, wurden gestern vom Land zugegeben. Samt der Ankündigung das Konzept grundlegend zu überarbeiten. Ein Ziel dieser Veränderungen ist es, dass auch kleinere Kommunen eine Landesgartenschau veranstalten können. Damit steht fest: selbst wenn Bad Kreuznach im Rennen geblieben und Pirmasens ausgestochen hätte, wären weitere tausende von Arbeitsstunden in Verwaltung und den Gremien ergebnislos verplempert worden.
