Mit teils über 100 km/h versuchte am heutigen Donnerstagvormittag (18.9.2025) ein Rad-Raser auf einem manipulierten E-Bike der Polizei zu entkommen. Zum Glück letztlich nicht erfolgreich. Morgens gegen 7:30 Uhr fiel Beamten der Polizeiinspektion Bad Kreuznach im Schwabenheimer Weg ein Fahrradfahrer auf, der mit übermenschlicher Geschwindigkeit die dortige Straße befuhr. Der Fahrer ignorierte die Anhaltesignale der Polizei und machte auch trotz Einsatz von Sondersignalen (Blaulicht und Martinshorn) keine Anstalten zu stoppen.

Statt dessen trat er die Flucht über die Industrie- und die Nikolaus-Otto-Straße an. Bei der Verfolgungsfahrt konnten die Beamten erkennen, dass der Fahrer die Geschwindigkeit halten konnte, obwohl er nicht in die Pedale trat. Die Nachfahrt führte die Beamte weiter über Feldwege des Galgenberges bis nach Bosenheim. Dort versuchte der Radler sich durch Befahren enger Gassen aus dem Sichtfeld der Beamten zu entfernen. In der Karl-Sack-Straße kam dem Beschuldigten ein 8jähriger Junge in Begleitung seiner zu Mutter zu Fuß entgegen.
Augenscheinlich war der Rad-Raser mental überfordert mit der Entscheidung, an welcher Seite er an den Fußgängern vorbeifahren sollte. Daher kam es zum Zusammenstoß zwischen dem Schuljungen und dem Fahrradfahrer. Der Beschuldigte kam hierdurch zu Fall und konnte durch die Beamten anschließend unverletzt und widerstandslos festgenommen werden. Der Schuljunge wurde leicht verletzt zur weiteren Abklärung in ein Krankenhaus verbracht. Im Rahmen der Inaugenscheinnahme des Trekkingrads konnten mehrere Manipulationen festgestellt werden.
So wurde bei Betätigung eines Schalters das Hinterrad elektrisch angetrieben. Der Bordcomputer des Rades dokumentierte eine Spitzengeschwindigkeit von 99 km/h. Die allerdings im Laufe der versuchten Flucht überschritten wurde. Wegen der lediglich zweistelligen Anzeige wird das aber nicht angezeigt. Das Fahrrad wurde für die Erstellung eines technischen Gutachtens sichergestellt. Des weiteren ergaben sich vor Ort Hinweise auf eine möglichen vorangegangenem Betäubungsmittelkonsum. Daher wurde der Beschuldigte wurde für eine Blutentnahme zur Dienststelle verbracht.
Über einen Führerschein verfügt der 28jährige Beschuldigte nicht. Weil er im dringenden Tatverdacht steht, gleich mehrere Ordnungswidrigkeiten und Straftatbestände verwirklicht zu haben und die Beamten der Polizeiinspektion Bad Kreuznach daher im rechtlichen Sinne möglicherweise befangen sind, wird die weitere Sachbearbeitung des Falles von der Polizeiinspektion Bingen übernommen. Sowohl Zeugen der Rad-Raserei als auch Personen, die möglicherweise genötigt oder anderweitig geschädigt wurden, werden gebeten, sich bei der Polizei in Bingen (06721) 90 50 zu melden.
Quelle: Polizeiinspektion Bad Kreuznach
