Das Friedrich-Moebus-Stadion ist seit einigen Tagen mit Tribüne und Flutlicht ausgestattet. Die Tartanbahn dort ist zwar marode. Und nur auf dem Papier von der Zahl der Bahnen und den Maßen her wettkampftauglich. Immerhin. Der im Stadion Salinental fehlen diese formalen Voraussetzungen vollständig. Zudem gibt es dort keinen Zuschauerbereich mit angemessener Sichtmöglichkeit. Und nach Einbruch der Dunkelheit sieht es düster aus. Ausserdem sind die Sportanlagen im Moebus-Stadion besser gegen Hochwasser geschützt, als die im Salinental.

Trotzdem halten Stadtverwaltung und Sportausschuss an den bisherigen Beschlüssen fest, demnach im kommenden Jahr zunächst die Tartanbahn im Salinental neu gebaut werden soll. Der Neubau der Laufbahn im Moebus-Stadion ist für die kommenden Jahre nicht einmal geplant. Denn bevor daran auch nur ernsthaft gedacht werden darf, sollen erst die Kunstrasenplätze in Winzenheim und der zweite im Stadion Salinental saniert werden. Was zu der kuriosen Situation führt, dass weder im Stadion Salinental noch im Friedrich-Moebus-Stadion Leichtathletikwettbewerbe stattfinden können.

Trotzdem hat kein einziges Mitglied des Sportausschusses in der Sitzung am gestrigen Dienstagabend (16.9.2025) beantragt, zunächst die Tartanbahn im Moebus-Stadion zu erneuern. Was auch aus anderen Gründen zielführend wäre. Denn jene, die die Laufbahn im Salinental nutzen, sei es Schulsport, Vereine oder Privatpersonen, werden dort ja nicht hingebeamt. Und nutzen auch nicht den KRN-ÖPNV. Sondern fahren dort mit eigenen Autos und Zusatzbussen hin. Was wortwörtlich dem amtlich definierte Ziel, die Verkehrsbelastung im Salinental zu verringern, krass zuwider läuft.
Beim Moebus-Stadion gibt es diese Verkehrs-Probleme nicht. Statt dessen massenhaft Parkplätze. Und zwei Anfahrtsmöglichkeiten: über den Brückes und die Heidenmauer. Zudem liegen zwei der größten weiterführenden und eine Grundschule im fußläufigen Bereich. Auch der Bus- und der Zugbahnhof sind zu Fuß gut zu erreichen. Die Verkehrsanbindung ist also insgesamt wesentlich besser. Dazu kommt, dass die B 48 im Salinental noch mindestens drei Jahre eine Baustelle ist. Mit Wechselampel und all den anderen Einschränkungen, die dazu gehören.
Ob es zum Neubau der Tartanbahn im Stadion Salinental überhaupt kommt, hängt jetzt vom Sportstättenbeirat des Landkreises ab. Der wird, so Sportdezernent Markus Schlosser, noch Ende diesen Monats festlegen, welche Sportanlagen mit welcher Priorität aus- bzw neugebaut werden. Landet die neue Laufbahn dort nicht auf Platz 1, wird es nichts mit dem Neubau im kommenden Jahr. Denn die von einer Fachperson geschätzten Kosten betragen 1,4 Millionen Euro. Ohne den 700.000-Euro-Zuschuss des Landes über den Kreis für die Stadt schlicht nicht finanzierbar.
