Wo kann man innerstädtisch Flächen entsiegeln, Bäume pflanzen oder Pergolen bauen, die bei Hitze für Schatten und Kühlung sorgen? Antworten auf diese Frage sollen bei einem Klimaspaziergang in Augenschein genommen werden, zu dem die Arbeitsgemeinschaft „Mehr Grün in der Stadt“ und die „Schwammregion Soonwald-Nahe“ am Donnerstag dieser Woche (18.9.2025) einladen. Interessierte Bürger*Innen treffen sich um 16:30 Uhr am nördlichen Eingang der Alten Nahebrücke beim NaheRaum (Mannheimer Straße 82).

Es sollen Vorschläge ausgearbeitet und mit Verantwortlichen aus Stadtverwaltung, Kommunalpolitik, Anwohner*Innen, Geschäftsinhaber*Innen, Vereinen, Kirchen und Verbänden diskutieren werden. „Gute Ideen und Engagement werden
gebraucht, um Bad Kreuznach klimafit zu machen, seien Sie dabei!“ lautet die Aufforderung der Initiatoren. Trockenheit, Hitze aber auch die Gefahr durch Starkregen sind Herausforderungen die das gesamte Stadtgebiet von Bad Kreuznach betreffen.
Die Arbeitsgemeinschaft „Mehr Grün in der Stadt“ (AG Grün) der Klimagemeinschaft Bad Kreuznach plant in Zusammenarbeit mit der „Schwammregion Soonwald-Nahe“ daher Klimarundgänge in mehreren Stadtteilen, um vor Ort über Maßnahmen zu beraten, welche die Folgen der Erderhitzung abmildern können. Vor allem die stark versiegelte und wenig begrünte Innenstadt heizt sich im Sommer immer stärker auf. Eine für Fußgänger*Innen und vor allem Anwohner*innen immer schwerer erträgliche Situation.
Eine zu allen Jahreszeiten attraktive und lebenswerte Innenstadt ist für die Zukunft von Bad Kreuznach von großer Bedeutung. Zur Vorbereitung der Klimarundgänge hat die AG Grün die Ergebnisse früherer Begehungen, die der Hitzebefragung 2024 (https://bad-kreuznach-hitze.de/hitzebefragung-2023-24/) und die in der Bürgerveranstaltung für ein „klimafittes Bad Kreuznach“ gemachten Vorschläge ausgewertet. Letztere Veranstaltung war mit reger Bürgerbeteiligung am 20.6.2025 von der Klimagemeinschaft, dem Regionalbündnis Soonwald-Nahe, den Omas for future (OFF), dem Netzwerk am Turm und der Evangelischen Erwachsenenbildung im Bonhoeffer-Haus durchgeführt worden.
Studentinnen der TU Kaiserslautern hatten ihr Konzept zur Innenstadtentwicklung vorgestellt und darauf aufbauend wurden in Workshops viele konkrete Vorschläge für die Verbesserung der blau-grünen Infrastruktur entwickelt. Herr Schittko,
Abteilungsleiter für Stadtplanung und Umwelt, stimmte in einem perspektivischen Ausblick dem Handlungsbedarf von Entsiegelungen, Pflanzungen und Regenwassernutzung zu, wies aber auf derzeit sehr begrenzte, insbesondere personelle Kapazitäten der Stadt hinsichtlich der Umsetzung von konkreten Maßnahmen hin.
Ein sehr wichtiger Hinweis, denn im Juni 2026 droht der Verfall der KIPKI-Fördermittel des Landes für Klimaanpassung von immerhin 376.330 EUR. Die AG Grün möchte dazu beitragen, dass diese 100% Förderung des Landes rechtzeitig und vollumfänglich durch die Stadt genutzt wird. Ganz konkret stehen der Stadt noch bis zum 30.6.2026 die folgenden KIPKI-Fördermittel des Landes für Klimaanpassungsmaßnahmen zur Verfügung: 200.000 EUR für den Bau von Zisternen, 40.000 EUR für die Begrünung des Rathauses, 70.000 EUR für Entsiegelungsmaßnahmen im Innenstadtbereich und 66.330 EUR für Begrünungsmaßnahmen.
Die Stadt kann die Mittel des Kommunalen Investitionsprogramms Klimaschutz und Innovation (KIPKI) selbst verausgaben, sie kann damit aber auch Bürgerprojekte unterstützen. Das Ergebnis unserer Beteiligungsveranstaltung und vieler Gespräche ist, dass viele Bürger*innen sich klimaschützende und -angepasste Begrünungen wünschen, sowie Maßnahmen welche die städtischen Räume aufwerten. Es gibt in der Öffentlichkeit auch die Bereitschaft solche Maßnahmen durch eigenes Tun zu unterstützen.
Zum Beispiel bei Baumscheibenpflege, Gießpatenschaften, im Umfeld der eigenen Wohnung, des eigenen Ladens, aber auch durch Pflanzungen im eigenen Garten oder durch das Stellen von Regentonnen. Diese Maßnahmen müssten von der Stadt nur unterstützt werden, zum Beispiel durch Öffentlichkeitsarbeit, kostenlose Seminare für Bürger*Innen oder die Vergabe von KIPKI-Mitteln für Bürgerprojekte. Andere Maßnahmen wie Entsiegelungen oder Baumpflanzungen müssen von der Stadt selbst durchgeführt oder zumindest initiiert und überwacht werden.
