Stadt plant für 2026 den Verkauf u.a. des Stadthauses und des Hochstrassenparkplatzes

Über 100 Jahre war das Stadthaus (Hochstr. 48) der Sitz der Stadtverwaltung. Das geschichtsträchtige Haus, in dem sich etwa Jenny von Westphalen und Karl Marx standesamtlich trauten, wurde 1715, also vor 310 Jahren, als „Hundheimer Hof“ gebaut. Das betagte Gebäude steht unter Denkmalschutz. Aktuell residieren dort Dienststellen der Stadtverwaltung, zum Beispiel das Standesamt. Obwohl dieser Verwaltungsteil erst vor wenigen Monaten dort eingezogen ist, plant die Stadt bereits konkret den Verkauf des Stadthauses. Und nicht nur dieser Immobilie.

Wie auf der Resterampe: alles muss raus. Das Stadthaus soll ebenso verkauft werden, …

Unter dem Motto der Resterampe „alles muss raus“ sind auch der Verkauf des alten Stadtjugendamtes, des Hochstrassenparkplatzes, des Else-Liebler-Hauses (Brückes 1a in der Stromberger Strasse unterhalb des Casinogartens), des Casinogebäudes (Brückes 1) und des Stadtbauamtes (Viktoriastrasse 13 – 15) vorgesehen. Für die Gebäude Eiermarkt 14 (früheres Ordnungsamt) und Postrasse 11 ist der Verkaufsbeschluss bereits gefasst. Aber der Kaufvertrag noch nicht beurkundet. Trotzdem soll der Kaufpreis noch in diesem Jahr bei der Stadtkasse eingehen.

… wie der Hochstrassen-Parkplatz samt dem alten Jugendamtsgebäude, …

Diese umfangreichen Verkaufspläne kamen in der Sitzung des städtischen Grundstücksausschusses am Diensag vergangener Woche (9.9.2025) nur deshalb ans Licht, weil der CDU-Fraktionsvorsitzende Manfred Rapp bei der Beratung des Teilentwurfes für den Stadthaushalt 2026 konkret nachfragte. Ihm war bei der Sitzungsvorbereitung aufgefallen, dass die Verwaltung beim investiven Grundstücksverkehr auf der Einnahmeseite 3,9 Millionen Euro Einzahlungen eingestellt hatte. Und weitere zusammen 1,4 Millionen Euro Erlöse im Ergebnishaushalt bei der allgemeinen Grundstückswirtschaft.

… das Casinogebäude, …
… das Else-Liebler-Haus und …

Amtsleiter Michael Fluhr erläuterte auf Rapps Frage hin, dass die Verkaufserlöse teils (in Höhe der Buchwerte) investiv und teils (die erwarteten überschießenden Beträge) im Ergebnishaushalt eingestellt werden müssten. Das Erstaunen mehrere Ausschussmitglieder, die bis zur vergangenen Woche von den konkreten Verkaufsplänen für all diese Grundstücke nicht wussten, wurde von der Verwaltung zurückgewiesen. Die Einnahmen durch die Verkäufe würden dringend benötigt. Denn auch im Stadthaushalt für 2026 klafft, wie schon für die Vorjahre, eine Millionen-Lücke.

… das Stadtbauamt in der Viktoriastrasse.

Stadtrats- und Ausschussmitglied Karl-Heinz Delaveaux (Fraktion FWG(BüFEP) machte auf eine Vielzahl offener Fragen im Zusammenhang mit einem möglichen Verkauf des Casinogebäudes aufmerksam. Und riet, wie auch andere Gremienmitglieder, dazu, im kommenden Jahr eher das Stadtbauamt in der Viktoriastrasse zu verkaufen. Dieser Vorschlag stieß bei der Verwaltung auf wenig Gegenliebe. Denn der dort zu erzielende Kaufpreis reiche bei weitem nicht aus, um den Finanzbedarf im Investitions- und im Ergebnishaushalt zu decken (weitere Berichte dazu folgen).