Ja, der Zuschussbedarf der Stadtbibliothek ist mit rund 800.000 Euro jährlich erheblich. Aber das von Leiter Stefan Meisel motivierte und geführte zehnköpfige Team erbringt auch eine ganz erhebliche Leistung. Über 500 Besucher*Innen je Öffnungstag kann das Haus in der Kreuzstrasse etwa im Jahr 2024 vorweisen. 180 Veranstaltungen wurden im vergangenen Jahr angeboten. Damit ist die Stadtbibliothek der mit Abstand größte kommunal getragene Kommunikationspunkt in der Naheregion. Die dort für die Nutzer*Innen und die Gesellschaft erbrachte Leistung ist das Steuergeld wert.

Das Defizit besteht lediglich in der ungerechten Finanzierung. Denn obwohl ein namhafter Teil der NutzerInnen nicht aus Bad Kreuznach kommt, sind es allein die SteuerzahlerInnen der Stadt, die die Kosten tragen. Die umliegenden Gemeinden tragen nicht einen Cent zur Finanzierung bei, obwohl deren Bürger*Innen die Angebote der Stadtbibliothek sehr gern in Anspruch nehmen. Dieses Missverhältnis wird schon seit Jahrzehnten beklagt. Und es zeigt das geringe Lösungspotential der Landes- und Kommunalpolitik, dass es in all den Jahren keine Verbesserung dieser Lage gab (weiterer Bericht folgt).
