Nunmehr 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wandelt sich die Erinnerungskultur. Aktuelle Forschungen greifen neue Themen auf wie die Geschichte deutscher Kriegsgefangener in Frankreich. Das Haus der Stadtgeschichte in Bad Kreuznach sucht Briefe, Tagebücher, Fotos und Aufzeichnungen von Menschen aus der Region, die nach dem Zweiten Weltkrieg als Zwangsarbeiter in Frankreich gewesen sind. Die Dokumente sollen ausgewertet werden für einen Vortrag im Haus der Stadtgeschichte im November in der Reihe „Wir erinnern an“.

Der Hintergrund: zum Ende des Zweiten Weltkriegs geraten rund 7,5 Millionen deutsche Soldaten in Kriegsgefangenschaft der westlichen Alliierten. Unter anderem in Internierungslagern, wie das von Bretzenheim bei Bad Kreuznach („Feld des Jammers“). Von dort aus wurden tausende von ihnen zur Zwangsarbeit nach Frankreich gebracht, um Aufbauarbeit zu leisten: in der Landwirtschaft, in der Industrie, zur Minenräumung am Atlantik. Einige haderten mit ihrem Schicksal. Andere bleiben dauerhaft in Frankreich.
Oder nutzen ihre Kontakte zu Kollegen und Nachbarn, um sich für den Frieden und für den Aufbau der deutsch-französischen Freundschaft zu engagieren. Das Haus der Stadtgeschichte fragt: wer aus unserer Region kann mit Dokumenten (Schriftstücke, Fotos) zum Thema beitragen? Gesucht werden Erinnerungen zu der Zeit von 1945 bis 1948 in Frankreich. Bitte melden Sie sich per Mail bei Franziska Blum-Gabelmann, Leiterin Haus der Stadtgeschichte, Bad Kreuznach, Franziska.Blum-Gabelmann@bad-kreuznach.de
Quelle: Stadtverwaltung Bad Kreuznach
