Der Bad Kreuznacher Stadtwald hat einige Probleme. Der ältere Baumbestand leidet besonders stark unter den klimatischen Veränderungen. Aufgrund den großflächigen, teils steilen Hanglagen kann von Waldwirtschaft im betriebswirtschaftlichen Sinne schon lange nicht mehr gesprochen werden. Diese Lage erschwert auch die Wasserrückhaltung. Und die fast durchgängige Nähe zur Wohnbebauung behindert eine effektive Bejagung des daher überproportionalen Wildbestandes. Der wiederum zusätzliche Schutzmaßnahmen für nachgepflanzte, junge Bäume erforderlich macht.

Doch all diese Probleme sind für Revierförster Lorenz Berger Herausforderungen, denen er sich angesichts der Vielfalt des Stadtwaldes und seiner Ästhetik gern und mit Optimismus stellt. Ein Thema allerdings bereitet dem Waldmann keinerlei Freude. Die Tatsache, dass ein Teil der Bad Kreuznacher Mülligel den Stadtwald an mehreren Stellen zur Müllhalde umfunktioniert. In seinem Bericht, den Förster Berger am gestrigen Dienstagabend dem Grundstücksausschuss der Stadt gab, kam dieser Waldfrevel zunächst nur wegen der von ihm bewirkten Kosten für das Einsammeln und Abfahren der Abfälle durch den städtischen Bauhof vor.

Deutlich wurde Lorenz Berger erst, als Stadtratsmitglied Jürgen Eitel (Freie Wähler) nachfragte. Demnach bewegt sich die Vermüllung im Stadtwald „leider auf einem konstant hohen Niveau“. All das, was an den Bad Kreuznacher Containerstandorten abgelegt wird, landet auch im Grünen. Darunter Autoreifen, Asbestplatten, Sperr- und Hausmüll: „wir finden alles außer Drogen und Geld“, fasste Lorenz Berger seine Erfahrungen zusammen.
Besonders ärgerlich sind für die Forstleute auch die zunehmenden Ablagerungen von Grünschnitt. Teils durch Personen, die der Meinung sind, dem Wald damit etwas Gutes zu tun. Was leider in vielen Fällen nicht stimmt. Denn mit dem Grünschnitt landen auch invasive Arten wie Kirschlorbeer und Götterbaum im Wald. Und schaffen dort zusätzliche Probleme (weiterer Bericht folgt).
