Wieso können Wohngruppen-Kinder nachts um 2 Uhr Straftaten begehen?

Am frühen Morgen des 24.7.2025 gegen 2 Uhr kam es in der Baumgartenstraße zu einer Gewaltstraftat. Ein 13jähriges Kind schlug einem Obdachlosen eine Glasflasche auf den Kopf (tourismusbeitrag-so-nicht.de berichtete). Recherchen der Allgemeinen Zeitung und des SWR ergaben, dass der gewalttätige Junge damals in einer Bad Kreuznacher Wohngruppe untergebracht war und zwischenzeitlich in eine andere verlegt wurde. Stadtratsmitglied Karl-Heinz Delaveaux (FWG e.V.) machte diesen Vorgang zum Gegenstand einer Anfrage, die am Donnerstag dieser Woche im Stadtrat behandelt wird.

Delaveaux möchte von Oberbürgermeister und Noch-Jugenddezernent Emanuel Letz wissen, „ob das tatsächlich eine Wohngruppe in Verantwortung des Stadtjugendamtes ist“. Sollte dies so sein, bittet Karl-Heinz Delaveaux um Darlegung, „wie es sein kann, dass eine von unserem Jugendamt finanzierte Wohngruppe mehrfach durch kriminelle Handlungen auffallen kann“. Und fährt fort: „bitte erklären Sie uns, wieso Kinder, die vom städtischen Jugendamt betreut werden sollen, nachts um zwei durch die Stadt ziehen und Straftaten begehen“. Informationen wünscht Delaveaux darüber hinaus zu der Alkoholverbotszone, die die Stadt im Bereich Mittlere Mannheimer Strasse / Baumgartenstrasse einrichten will.

Die Anfrage von Karl-Heinz Delaveaux zum Glasflaschenangriff auf einen Obdachlosen und zum für die mittlere Mannheimer Straße angekündigten Alkoholverbot im Wortlaut:

„Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, als ich das gelesen habe, war ich sehr erschüttert. Und in den Tagen danach wurde ich darauf immer wieder angesprochen. Ende Juli wurde ein Obdachloser in unserer Stadt von einer Jugendgruppe angegriffen. Dabei wurde dem Mann eine Glasflasche auf dem Kopf zerschlagen. Die Kripo hat ermittelt. Und was da rauskam, hat mich fast noch mehr bewegt. Sie können das hier nachlesen:

www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/mainz/angriff-auf-obdachlosen-mit-glasflasche-in-
bad-kreuznach-taeter-ist-erst-13-100.html

Demnach soll der Täter ein 13jähriger sein, der in einer Wohngruppe für Jugendliche in Bad Kreuznach lebt. Und die ist schon mehrfach strafrechtlich und in anderer Weise unangenehm aufgefallen. Ich bitte Sie uns im Stadtrat darüber zu informieren, ob das tatsächlich eine Wohngruppe in Verantwortung des Stadtjugendamtes ist. Wenn ja bitte ich um Darlegung, wie es sein kann, dass eine von unserem Jugendamt finanzierte Wohngruppe mehrfach durch kriminelle Handlungen auffallen kann. Weiterhin bitte ich um Mitteilung, wieso die städtischen Gremien über diese Umstände nicht informiert wurden.

Bitte erklären Sie uns, wieso Kinder, die vom städtischen Jugendamt betreut werden sollen, nachts um zwei durch die Stadt ziehen und Straftaten begehen. Dem SWR-Bericht (und leider nicht einer Mitteilung der Stadtverwaltung) konnte ich entnehmen, dass die Stadt Bad Kreuznach „in dem Gebiet jetzt eine Alkoholverbotszone einrichten“ will. „Das wird nach Angaben des zuständigen Ordnungsdezernenten Markus Schlosser (parteilos) gerade vom Rechtsamt geprüft und soll in den nächsten Tagen umgesetzt werden“, schreibt der SWR am 8.8.2025. Spontan habe ich mich gefragt, was das bringen soll.

Denn wenn diese Leute sich nicht mehr im Bereich REWE treffen und betrinken dürfen, machen sie es eben woanders. Vor einiger Zeit war der Salinenplatz so ein Treffpunkt. Aber die Hintergründe der „Alkoholverbotszone“ werden Sie uns bestimmt erläutern können. Darum bitte ich jedenfalls. Weiterhin bitte ich Sie diese meine Anfrage auf die Tagesordnung der Stadtratssitzung am 28.8.2025 aufzunehmen und im Ratsinformationssystem einzustellen. Weiterhin bitte ich Sie diese Anfrage in der Stadtratssitzung am 28.8.2025 zu beantworten. Um eine umfassende Antwort zu ermöglichen, reiche ich meine Anfrage extra lange vor der Sitzung bei Ihnen ein. Mit freundlichem Gruß Karl-Heinz Delaveaux“