Rattenkadaver fault mitten in der Stadt wochenlang vor sich hin

Es ist den beiden älteren Damen nicht leicht gefallen, sich am 26. Juni in die Stadtratssitzung zu bemühen. Aber die Gefahr sich noch einmal mit dem Hanta-Virus zu infizieren, mobilisierte die Anwohnerinnen der Bastgasse. Auf die Schilderungen der Mitbürgerinnen reagierte Oberbürgermeister Emanuel Letz mit der Ankündigung weiterer Rattenbekämpfungsmaßnahmen. Und der Versicherung, dass die Stadt das Problem ernst nehme.

Davon haben die Betroffenen in den vergangenen sechs Wochen nichts gemerkt. Nach wie vor huschen Ratten zwischen Autos und Mülltonnen in der Bast- und Hasengasse hin und her. Noch schlimmer: tote Exemplare liegen Tag für Tag auf den Freiflächen. Am frühen gestrigen Freitagabend hat unser Fotograf den neben einer toten Ratte liegenden, bis auf die Knochen verfaulten Kadaver ins Bild setzen müssen. Aufgrund des Verwesungszustandes muss der dort seit Wochen liegen.

Für die Anwohner ist vollkommen unverständlich, dass die Stadt weder selbst tätig wird noch die Grundstückseigentümer zu einem Bekämpfen der Rattenplage und der Beseitigung der toten Tiere motiviert. „Das ist doch Körperverletzung!“ ärgert sich ein Einwohner, der in der kommenden Woche mit den Beweisbildern unzähliger toter Ratten einen Rechtsanwalt aufsuchen und strafrechtliche Ermittlungen einleiten möchte. Seine Frage: „muss erst jemand sterben, bevor was passiert?“