Noch sind Ferien. Daher sind die Staus vor der Wechselampel im Salinental nicht so lang. Fast immer kommt man spätestens mit dem zweiten Grün durch. Trotzdem gibt es eine riesige Verärgerung über die B48-Baustelle. Nicht über deren aktuellen Anlass. Denn die Notwendigkeit der Hangsicherung sehen alle Betroffenen ein. Es ist der geringe Baufortschritt, der die Menschen auf die Palme bringt. Und die Ankündigung des Landesbetriebs Mobilität (LBM), derzufolge die Baustelle (mindestens) drei Jahre andauern wird.

Entsprechend fallen die Kommentare aus, die in der Facebook-Gruppe „Stadtteil Bad Münster am Stein / Ebernburg“ unter einem diesbezüglichen Bericht von tourismusbeitrag-so-nicht.de abgegeben wurden. Margarete S.: „warum geben die so einer Baufirma Aufträge? Gibt’s keine die schneller arbeiten und besser? Das werden bestimmt 5 Jahre Bauzeit!“ Katharina K.: dazu: „wird das nicht per Ausschreibung gemacht und der mit dem günstigsten Angebot gewinnt das Rennen? Da untertrifft ein Hannes den nächsten – ob die Arbeitsleistung da wirklich eine Rolle spielt?“
Ute J. vermutet: „wahrscheinlich ist der Grund, dass die linke Hand nicht weiß, was die rechte Hand schon gemacht hat“. Doris M. denkt an die Konsequenzen für Betroffene: „mir tun die Mitarbeiter leid, die in den vor Ort ansässigen Altenheimen und der Klinik arbeiten“. Cindy W. meldet sich als Stausteherin zu Wort: „täglich fahre ich da lang und frage mich, wann da mal gearbeitet wird. 7.30 Uhr nicht und auf dem Rückweg 13.30 Uhr auch nicht! Allein die Ampel zu stellen hat 5 Tage gedauert. Unglaublich.“ Michael Mueller denkt voraus an Mitte August:
„Katastrophe für Fahrdienste, wenn die Ferien durch sind. Warum da so wenig gearbeitet wird, erschließt sich einem nicht. Und wer der Firma gewaltig in den Hintern tritt, wird auch nicht auffindbar sein. Wer den völligen Schwachfugkreisel will? Da habe ich noch nie jemanden kennen gelernt. Aus der Kreiselmanie und den Rückbauten haben die depperten Stadtbonzen scheinbar nichts gelernt. Hätte man die Bürger mal fragen sollen. Was für eine Steuergeldverschwendung. Hauptsache beim Stadtbus wird man weiter für 3,70 € abgezockt“. Pia C. antwortet:
„Den Kreisel will die Stadt – ist doch logisch. Der fällt nicht aus und muss auch nicht gewartet werden, kostet also nur einmalig was. Das Tempo passt doch nach hier. Und wer am günstigsten ist, wird wohl auch nicht am schnellsten sein. Kostet die Fahrt nach BME immer noch mehr als „in der Stadt“ bzw den „Stadtteilen“? Aber auch da kann ich trösten: die RNN hat die nächste Preiserhöhung ja schon beschlossen, also alles im grünen Bereich. *Ironie off*“. Auch Birgit B. ist die niedrige Mitarbeiterzahl aufgefallen: „ich habe mich auch schon gewundert.
Mehr als 2 Arbeiter hab ich da noch nicht gesehen, wenn überhaupt.“ Christine H. stellt dazu fest: „also ich habe schon öfters 4 bis 5 gesehen, die da standen, sich leider aber nur unterhalten haben“. Steffen T. ärgert vor allem die lange Bauzeit: „unfassbar – 3 Jahre. Und in den Wintermonaten wird dort nicht gearbeitet. In anderen Ländern undenkbar. Da wär das ganze innerhalb eines Jahres erledigt. Lächerlich alles.“ Roman S. ergänzt: „sogar in meinem Heimatland Polen, das immer hinter Deutschland war, hat sich alles positiv verändert.
Damals, als ich nach Deutschland gekommen bin, 1989, war dieses Land das meiner Träume. Nach 2015 geht Deutschland auf einmal Jahr für Jahr zurück und zwar in vielen Bereichen. Deutsche Touristen, die Urlaub an der Ostsee machen, wundern sich wie überall die Internet-Anschlüsse wunderbar funktionieren. Und in Hallgarten gibts bis heute ein Problem. No ja, Politik in Deutschland hat gewaltig nachgelassen.“ Johannes S. bereichert die Diskussion mit einem Erlebnisbericht: „am Donnerstag war die Ampelanlage ausgefallen. Ich fuhr rein, weil kein Gegenverkehr kam.
Dann kamen von der anderen Seite doch die Autos und ich bin auf den Bürgersteig ausgewichen. Konnte dem Baggerfahrer mitteilen, dass die Ampelanlage defekt ist. Die Antwort: „ich habe angerufen“. Normalerweise stellen sich dann 2 Arbeiter hin und regeln den Verkehr. Hat keinen Interessiert“. Was Albert M. zu dem Hinweis veranlasst: „dann wäre keiner mehr zum Arbeiten da gewesen …“ Was Julian S. nicht lustig findet: „wer arbeitet denn da? Egal wann ich da vorbeifahre: sehe ich keinen arbeiten. Deswegen wird es wahrscheinlich 3 Jahre dauern.“ Wolfgang J. bestätigt:
„Vor ein paar Tagen war kein einziger Bauarbeiter auf der Baustelle!“ Carmen E. erinnert daran, dass nur für die Baustrasse schon vor eineinhalb Jahren die Kettensäge angeworfen wurde: „und die schönen Bäume auf der linken Seite hinter der Salinenbrücke wurden ja bereits im letzten Jahr über dem Boden abgesägt“. Arno E. hat eine pessimistische Vision: „ich verstehe die vielen Erwartungshaltungen an die beauftragte Firma. Ich träume heute oft von früher wie es mal war. Das, was wir erleben, ist das neue normale von heute und morgen. Gewöhnt euch alle dran. Es wird nie wieder so sein, wie wir es mal gekannt haben“.
