Rattenplage in der Innenstadt führt zu Infektion mit dem Hanta-Virus

In der Stadtratssitzung vor fünf Wochen berichteten zwei Mitbürgerinnen aus der Bastgasse (zwischen Römer- und Kreuzstrasse) von den Folgen der Rattenplage in der Innenstadt. Sie nutzten die Einwohnerfragestunde des Stadtrates um unfassbare Missstände anzusprechen. Besonders betroffen machte deren Krankheitsbericht. Demnach hatten sich beide Frauen mit dem Hanta-Virus infiziert. Das wird vor allem von Nagetieren verbreitet. Und von denen gibt es in der Innenstadt reichlich. Ratten finden dort beste Lebens- und Vermehrungsbedingungen vor.

Ein gut genährtes Prachtexemplar der Nagetiergattung Rattus liegt tot auf dem Parkplatz in der Bastgasse.

Ausdrücklich beklagt wurde, dass immer wieder tote Ratten auf den Parkplätzen in der Bastgasse herumliegen. Die Anwohner wollen sich an den Kadavern nicht anstecken. Und wissen zudem nicht, wie diese sicher entsorgt werden sollen. Oberbürgermeister Emanuel Letz kündigte in der Stadtratssitzung weitere Rattenbekämpfungsmaßnahmen an. Und versicherte, dass die Stadt das Problem ernst nehme. Über einen Monat später hat sich an den beklagten Verhältnissen nicht viel verändert. Schon vor Einbruch der Dämmerung huschen Ratten zwischen Autos und Mülltonnen hin und her.

Seit Wochen stehen auf dem Parkplatz mehr Rattenfallen als Autos. Trotzdem huschen immer noch unzählige Tiere zwischen den Mülltonnen herum.

Und nach wie vor liegen tote Tiere offen herum. Weshalb sich eine Anwohnerin bis heute nicht traut, ihr Auto auf dem für viel Geld gemieteten Parkplatz abzustellen. Was dazu führt, dass dort jetzt mehr Rattenfallen als Pkws stehen. Von mehreren Anwohner*Innen wird der Betrieb des städtischen Taubenhauses als eine Ursache der Rattenplage gesehen. Ob das so ist, steht nicht fest. Sicher ist aber, dass das vor Jahren realisierte Konzept der Reduzierung der Taubenpopulation ebenso gescheitert ist, wie das der Rattenbekämpfung. Beide Tierarten vermehren sich nach wie vor ungehemmt.