Seit seinem Amtsantritt kämpft Emanuel Letz mit einer Reihe von Problemen. Eines ist die mangende Disziplin in den von ihm geleiteten Stadtrats- und Ausschusssitzungen. Das ist für ihn gleich aus mehreren Gründen eine Belastung. Die latente Unruhe erschwert seine eigene und die Konzentration der anderen. Längen in der Sitzungsleitung und vermeidbare Nachfragen sind die Konsequenz. Und dann ergibt sich eine weitere, vom Oberbürgermeister unterschätzte Folge. Die Beratung in den Gremien hat in öffentlicher Sitzung zu erfolgen.
Das bedeutet, dass nicht nur ein freier Zugang zum Sitzungssaal zu bestehen hat. Die Zuhörer*Innen müssen auch hören können, was gesprochen wird. Das ist aufgrund der Geschwätzigkeit am Verwaltungstisch und in den Reihen der Stadtratsmitglieder oft nicht möglich. Immer wieder wird zudem die Mikrofonanlage nicht benutzt, weil einzelne Ratsmitglieder unter der Einbildung leiden, sie seinen wenigstens akustisch gut zu verstehen. Für jene, die direkt daneben sitzen, mag das wohl zutreffen.
Diese Gremienmitglieder verfügen leider nicht über die Vorstellungskraft, dass sich die Hörbarkeit 20 Meter weiter ganz anders darstellt. Daher bestätigen sich die Schwätzer wechselseitig in ihrem Fehlverhalten. Das geht so lange gut, bis mal eine Entscheidung getroffen wird, die einem oder einer, der oder die sich auskennt, nicht passt. Und diesen Rechtsverstoss vor Gericht bringt. Dann wird auch die Frage geklärt, warum jene, die es angeblich oder tatsächlich besser wissen, diese Missstände seit Jahren hinnehmen und nichts dagegen unternehmen.