Die Teams der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) sind eben vom Fach. Und auf Zack. Weil man weiss, dass aktuell in vielen Kommunen die Haushaltspläne für 2025 beraten werden, hat die Gewerkschaft ihre Forderungen für die erst im kommenden Jahr anstehenden Tarifverhandlungen mit dem Bund und den kommunalen Arbeitgebern jetzt schon mal veröffentlicht. Für Bad Kreuznach bedeutet das: selbst wenn im Tarifvertrag nur die Hälfte realisiert würde, steigen die Personalkosten um rund 2 Millionen Euro. Damit ist die gestern vom Landkreis bekanntgegebene Reduzierung des Jugendamt-Defizites in gleicher Höhe durch Mehrkosten schon wieder kompensiert.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat für die rund 2,5 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen ein Forderungspaket geschnürt. Die Gewerkschaft verlangt eine Gehaltserhöhung von acht Prozent, mindestens jedoch 350 Euro monatlich. Zudem sollen die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte um 200 Euro angehoben werden. Um der steigenden Arbeitsbelastung entgegenzuwirken, fordert ver.di drei zusätzliche freie Tage sowie ein „Meine-Zeit-Konto“.
Dieses Konto soll den Beschäftigten ermöglichen, selbst zu entscheiden, ob sie ihre Entgelterhöhungen oder Überstunden in Form von zusätzlicher Freizeit oder als Geldbetrag erhalten möchten. Dadurch wird mehr Flexibilität und individuelle Gestaltung der Arbeitszeit gefördert. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen und die Ergebnisse sollen zeit- und wirkungsgleich auf Beamtinnen und Beamte, Richterinnen und Richter, Soldatinnen und Soldaten sowie Versorgungsempfängerinnen und -empfänger übertragen werden.
Michael Blug, Landesbezirksleiter für Rheinland-Pfalz und das Saarland, begrüßt ausdrücklich die Entscheidung der Bundestarifkommission vom heutigen Tage: „Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen erbringen sehr wichtige Dienstleistungen für unsere Bevölkerung. Gute und wichtige Arbeit muss auch angemessen bezahlt werden. Die Belastungen für die Beschäftigten sind in vielen Bereichen der öffentlichen Daseinsvorsorge sehr hoch. Deswegen sind unsere Forderungen berechtigt.“
Zusätzlich umfasst das Forderungspaket einen neuen Tarifvertrag zur Altersteilzeit mit bevorzugtem Zugang für Beschäftigte in besonders belasteten Berufen sowie einen zusätzlichen freien Tag für Gewerkschaftsmitglieder. Für Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen wird eine bezahlte Pause in der Wechselschicht gefordert. Außerdem erwartet ver.di, dass junge Beschäftigte nach erfolgreicher Ausbildung unbefristet übernommen und in die Erfahrungsstufe 2 eingruppiert werden. Die ersten Verhandlungsrunden sind für den 24. Januar, 17./18. Februar und 14. bis 16. März 2025 angesetzt. Ver.di führt die Tarifverhandlungen gemeinsam mit der GdP, der GEW, der IG BAU und dem dbb beamtenbund und tarifunion.
Quelle: ver.di Landesbezirk Rheinland-Pfalz-Saarland
