Falschparker – Report 27

Wenn es eines Beweises bedurft hätte, dass Atomkraft-Gegner keine besseren Menschen sind, in der Rheinstrasse wurde er gestern am frühen Abend erbracht: ohne jede Hemmung war dieser Pkw auf einem Zebrastreifen abgestellt. Wir waren so baff, dass das am hellligten Tag so selbstverständlich geschieht, dass wir minutenlang staunend vor diesem Beispiel automobiler Rücksichtslosigkeit verharrten.

Diese Aufnahme bildete den unschönen Höhepunkt eines kleinen Stadtausfluges, der in kurzer Zeit die Folgen der Untätigkeit bzw vollkommen unzureichenden “Tätigkeit” des sogenannten Amtes für Recht- und Ordnung offenlegte. So wird an mehreren Stellen in der Fußgängerzone geparkt. Den Fall im Kreuzungsbereich Hospitalgasse / Kreuzstrasse haben wir von Anfang an live mitbekommen. Der schwarze Kleinwagen fährt vor. Ein jüngeres Paar steigt aus. Eine Passantin, die nebenan am Fahrradständer ihr Zweirad einsatzfähig macht, weist die beiden freundlich darauf hin, dass das ein sehr teurer Parkplatz werden könnte: “50 oder 60 Euro”.

Der Fahrer wiederholt dies erfurchtsvoll und fordert seine Begleiterin auf am Auto zu bleiben. Und dann steht das Fahrzeug da für mehr als fünf Minuten. Rettungsfahrzeuge hätten nicht passieren können. Aber wen kümmert das schon. Hauptsache die Leitung vom Ordnungsamt konnte alle Urlaubstage korrekt nehmen. Und am Monatsende ist die Überweisung von der Stadtkasse pünktlich auf dem Konto. Ach ja, die Bürger*Innen zahlen all das. Und machen auch noch die Arbeit vor Ort: läuft also. So gesehen.

In der historischen Neustadt stands dann wieder. Ein Quad in der Fußgängerzone. Wo soll man(n) das auch sonst abstellen, mit maximaler Aufmerksamkeit und großer Publikumszahl. Dagegen wirken dann die einfachen Mißachtungen unmißverständlicher Beschilderung schon fast banal.