Dr. Helmut Martin: Krise als Chance nutzen

Gastbeitrag vom
Landtagsabgeordneten
Dr. Helmut Martin

„Unser Land steht aktuell mit der Corona-Pandemie vor einer schweren Prüfung. Für Herausforderungen wie diese gibt es in der 70jährigen Geschichte der Bundesrepublik keine Vorlage und es gehört zur Ehrlichkeit, dass wir alle kein Patentrezept für den Umgang damit kennen. Deswegen ist die Krise auch nicht die Zeit für den streitigen Wettbewerb zwischen Regierung und Opposition, sondern wir sollten alle in Politik und Gesellschaft zusammenstehen, um gemeinsam zu lernen und die besten Lösungen zu suchen und umzusetzen. Das beinhaltet natürlich auch, dass Verbesserungspotentiale offen angesprochen und konkrete Alternativvorschläge unterbreitet werden sollten. Wir alle, jeder und jede an seinem und ihrem Platz, tragen Verantwortung, insbesondere für die besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen.

Der Schutz gerade der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger und der Menschen mit Vorerkrankungen rechtfertigt nach meiner Überzeugung ungewohnt drastische Maßnahmen – insbesondere auch die Einschränkung einiger der uns lieb gewonnenen Freiheiten. Für das weit verbreitete Verständnis für solche Maßnahmen bin ich dankbar. Seit dieser Woche sind nicht nur Kitas und Schulen geschlossen, was für die betroffenen Familien zusätzliche Aufgaben bedeutet, sondern das öffentliche Leben – und damit unsere Sozialkontakte – werden noch weiter eingeschränkt. Auch der Landtag hat auf die zunehmende Verbreitung des Virus reagiert und Anweisungen und Handlungsempfehlungen herausgegeben. So wurden u.a. alle Besuchergruppen und Veranstaltungen bis Mitte April abgesagt. Das Plenum in dieser Woche, ursprünglich auf drei Tage angesetzt, sollte erst auf zwei Stunden reduziert und mit verringerter Teilnehmerzahl durchgeführt werden, um einige Gesetze auf den Weg zu bringen.

Gestern Vormittag wurde es vorsichtshalber in den April verschoben. Auch finden die Sitzungen der CDU-Fraktion bis auf Weiteres in Form von Telefonkonferenzen statt. Gemäß der Empfehlung von Bundesregierung und Bundes-, Landes- und Kreis-CDU werde ich auch meine Aktivitäten vor Ort, soweit sie mit dem persönlichen Kontakt verbunden sind, einschränken. Elektronisch und telefonisch bleibe ich selbstverständlich weiterhin für die Bürgerinnen und Bürger erreichbar und werde mich für deren Belange nach besten Möglichkeiten einsetzen. Meine eigentlich für Dienstag, den 24.03.2020, von 18-20 Uhr geplante Bürgersprechstunde findet erstmals in Form eines Bürgertelefons statt. Um Voranmeldung zwecks Terminvereinbarung wird unter Telefon: 0671 920 650 92 gebeten.

In den zwei Jahren meiner Abgeordnetentätigkeit habe ich bei den vielen Terminen in meinem Wahlkreis so viele engagierte, besonnene und gemeinwohlorientierte Menschen kennengelernt, dass ich sicher bin, dass wir die nun vor uns liegenden Herausforderungen gemeinsam meistern werden. Das Corona-Virus verlangt viel von uns. Ohne die vielen Helfer wäre es nicht möglich, die Krise zu meistern: Ob in den Krankenhäusern oder in den Ambulanzen, ob in der Pflege oder bei der Polizei oder an den Kassen in unseren Supermärkten – aber auch in der Verwaltung und vielen ande-ren Bereichen. Ihnen allen gilt unser Dank!“